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Tankerunfall mit glimpflichem Ende
Fahrer
unverletzt - Gefahrgutzug des Landkreises Greiz beim Umpumpen von Methanol Von Sylvia Eigenrauch Niederpöllnitz. Kurz vor dem Ziel rutschte gestern früh um 6.15 Uhr ein Tanklastzug aus Bitterfeld mit 30 000
Litern Methanol aus Leuna auf der Verbindungsstrecke zwischen der Bundesstraße 2 und Niederpöllnitz auf die unbefestigte Bankette, dann in den Graben und kippte auf die rechte Seite.
Der 46-jährige Fahrer
blieb unverletzt und war selbst an der anschließenden Bergung der Chemikalie beteiligt. Die war für die Thüringer Methylesterwerke GmbH in Niederpöllnitz bestimmt. Vier Tankladungen pro Woche verarbeitet der
Produzent von 150 Tonnen Biodiesel am Tag. Das Methanol kommt zum Einsatz, um die Glyzerine aus dem Rapsöl zu trennen und das Methylester, besser bekannt als Biodiesel, herzustellen, erklärt Geschäftsführer Detlef
Lange verkürzt den chemischen Vorgang. Durch den Unfall geriet die Produktion nicht ins Stocken. Der Lieferant reagierte. Er kündigte für abends Ersatz an und gegen 8 Uhr traf ein leerer Tanklastzug an der
Unfallstelle ein. Ab 9.35 Uhr wurde mit einer auf dem Fahrzeug installierten Saugpumpe das Methanol abgepumpt.
Zuvor war der Gefahrgutzug des Landkreises Greiz alarmiert worden, der die Gefahrenstelle
absicherte und sich auch mit Atemschutzmasken auf das mögliche Austreten des Stoffes vorbereitete. Insgesamt 65 Kameraden aus Münchenbernsdorf, Weida, Ronneburg, Greiz und Zeulenroda, die Spezialtechnik des
Landkreises für Unfälle mit gefährlichen Stoffen bedienen können, und Feuerwehrleute aus Großebersdorf und Niederpöllnitz waren im Einsatz, sagte Kreisbrandinspektor Stephan Junghans, der die Einsatzleitung
unterstützte.
Polizeihauptkommissar Jürgen Worst von der Polizeiinspektion Gera-Süd leitete den Einsatz, der auch damit begann, Streusalz auf der Straße zu verteilen. Um 6.30 Uhr war die Strecke nach
Niederpöllnitz gesperrt worden. Weil der Lastzug auf die Abfüllstutzen gekippt war, mussten diese vor dem Umpumpen frei gegraben werden. Später hob ein Bergefahrzeug den Tank an, um weiter umladen zu können. Die
restlichen 7000 Liter pumpten Kameraden mit einer Gefahrgutumfüllpumpe in den bereitstehen Ersatztankzug. Dazu war am Unfallfahrzeug der letzte Domdeckel in Fahrtrichtung geöffnet worden. Weil dieser Moment
besondere Gefahren birgt, stand ein Kamerad aus Münchenbernsdorf auf der erstmals im Einsatz befindlichen Drehleiter, die die Stadt voriges Jahr gekauft hatte, um notfalls mit Sprühnebel Gase oder Rauch
niederzuhalten.
Kurz nach 13 Uhr war die Bergung des Fahrzeuges beendet, um 13.25 Uhr dann auch die Straßensperrung. Zum Schaden am Fahrzeug konnte gestern noch nichts gesagt werden. Der Bitterfelder
Niederlassungsleiter Manfred Boost von der J. J. Ohrem Spedition zählt 18 Tanker zu seiner Flotte und den Niederpöllnitzer Fahrer zu einem "sehr guten". Der letzte Unfall mit einem Lastzug aus Bitterfeld
war vor sechs Jahren. Damals auch wegen widriger Witterung. Kommentar: Es wurde definitiv nichts von der Chemikalie freigesetzt. Auch der Tank der Zugmaschine blieb unversehrt. Stephan Junghans,
Kreisbrandinspektor des Landkreises Greiz
Ostthüringer Zeitung 02.01.2007
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